Schmetterlingsausstellung fasziniert MdL Muthmann – Schöne bunte Welt ist bedroht

Die Schillerfalter sind besonders schöne Exemplare. Blau glänzen aber nur die Männchen, die Weibchen fallen weniger prächtig aus, schilderte Sammler Wolfgang Stoiber dem Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann.

Regen im Bayerischen Wald. 19 000 Schmetterlinge aus der ganzen Welt umfasst die Sammlung von Wolfgang Stoiber senior. 7 000 von ihnen werden zum ersten Mal präsentiert und sind noch bis Sonntagabend im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum zu sehen. Der Freyunger Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann war fasziniert von dieser schönen bunten Welt; der Besuch in der Sonderschau machte ihn aber auch ein bisschen nachdenklich. „Eine solche Fülle habe ich noch nie gesehen. Aber man könnte schon leicht melancholisch werden, wenn man am Beispiel der Schmetterlinge sieht, wie die Artenvielfalt verloren geht“, sagte der Politiker nach dem Rundgang mit Wolfgang Stoiber und Museumsleiter Roland Pongratz. Dieser hatte vor zwei Jahren die Idee aufgegriffen, „Gaukler der Lüfte“ zu zeigen. Mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ im Februar 2019 und den Diskussionen im Vorfeld war der Termin gerade richtig. 700 Schmetterlingsarten gab es vor 30 Jahren den Schätzungen von Wolfgang Stoiber zufolge im Bayerischen Wald. „Davon existiert jetzt höchstens noch die Hälfte“, stellte er fest. Der Kohlweißling, den es früher in Massen gab, sei zum Beispiel fest ausgestorben, weil es keine Krautfelder mehr gebe.
Ein Segelfalter hatte vor 58 Jahren das Schmetterlings-Interesse von Wolfgang Stoiber geweckt. Damals war er 13 und sein Versuch, den Falter mit dem Federballschläger zu fangen, schlug fehl. Bei einem Schwalbenschwanz hatte er mehr Glück und ihn spießte der Vater für den Buben auf einem Bierdeckel auf. Es war der Beginn einer großen und lebenslangen Leidenschaft. Tausende von Tag- und Nachtfaltern präsentiert der Sammler in luftdicht abgeschlossenen Schaukästen: winzig kleine, überraschend große wie den Totenkopfschwärmer, der von Nordafrika bis Skandinavien fliegt, unscheinbare und prächtig bunte. Der Schillerfalter, eine Schmetterlingsart, bei der nur die Männchen im Licht blau glänzen, gefiel Alexander Muthmann besonders.
Zu jedem Schmetterling gibt es genaue Informationen, von Wolfgang Stoiber in gestochen schöner Schrift geschrieben. So erfahren die Besucher, dass das Wiener Nachtpfauenauge ein Migrant ist. Der Falter hat es inzwischen vom Balkan bis Winzer im Landkreis Deggendorf geschafft! Von Stoibers Forscherdrang profitiert die Zoologische Staatssammlung in München. Mit ihr arbeitet der Sammler aus dem Bayerischen Wald eng zusammen. In der Region gibt es noch drei andere Leute, die ebenfalls den „Gauklern der Lüfte“ nachjagen. Kommentar von Museumsleiter Roland Pongratz: „Schmetterlingssammler sind wie Schmetterlinge. Sie werden rar!“
Reich bebilderte Stelltafeln des BUND und der Stiftung Naturschutzfonds ergänzen die Schau. Sie liefern Informationen über die Lebensweise und die Bedürfnisse der heimischen Tagfalter und schildern, wie dringend notwendig ein Biotopverbund und ein Netzwerk von naturnahen Lebensräumen für das Überleben von Schmetterlingen und anderen Tieren sind.
Mit Bilderbüchern und Puzzles in einer Spielecke spricht die Ausstellung auch Kinder an. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, berichtete Roland Pongratz. Am Sonntag ist Schluss mit den „Gauklern der Lüfte“ im Niederbayerischen „Landwirtschaftsmuseum, das an Werktagen von 8 bis 17 geöffnet hat und am Wochenende von 10 bis 17 Uhr.