Alten Menschen den Alltag verschönern – MdL Muthmann informiert sich über Projekt „Frau Musica“

Voller Einsatz: Musik- und Tanztherapeutin Evamaria Molz (links) gibt bei der Pizzicato-Polka von Joseph Strauss den Takt vor. MdL Alexander Muthmann schlägt die große Trommel, Frau Musica-Initiator Roland Pongratz die kleine. Rechts daneben Claudia Wildfeuer vom Betreuungsdienst „Nonna Anna.“

Regen im Bayerischen Wald. 22 Frauen lassen sich derzeit im Rahmen des KEB-Projekts „Frau Musica kennt keine Grenzen“ zu Musikanimateurinnen ausbilden. Acht Wochen dauert dieser Kurs, in dem die Teilnehmerinnen jeden Dienstagabend Lieder lernen, verschiedene Instrumente spielen und Anregungen bekommen, wie sie alten Menschen mit Musik ein Stück Leichtigkeit im Alltag zurückgeben können. Evamaria Molz, ausgebildete Musik- und Tanzpädagogin, hält den Taktstock in der Hand und auf sie hörte diesmal auch der Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann aus Freyung. Er hatte im Wahlkampf 2018 seine Aktion „Spenden statt Postwurfsendungen“ gestartet und dem Projekt „Frau Musica kennt kein Alter“ 1 000 Euro gestiftet. Nun wollte er selbst erleben, was damit passiert. „Ihr Geld ist gut angelegt“, versicherte ihm Barbara Muhr, eine der Teilnehmerinnen. Alexander Muthmann versprach, die Initiative der Katholischen Erwachsenenbildung Regen auch künftig nach Kräften zu unterstützen und in seinem Heimatlandkreis Freyung-Grafenau für die Idee zu werben.

Evamaria Molz hatte für den Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann die große Trommel hergerichtet, die kleine für Roland Pongratz, Vorstandsmitglied der KEB und Erfinder des Projekts „Frau Musica kennt kein Alter.“ Sonst saßen ausschließlich Frauen in der Runde. Sie fühlen sich eben von dem Angebot, Musikanimateurin im Seniorenbereich zu werden, zuallererst angesprochen, stellten die Teilnehmerinnen fest. Es ist die zweite Ausbildungsrunde; in der ersten Staffel war noch ein Mann vertreten. Das spiegle die Situation in den Pflegeberufen wieder, waren sich die Teilnehmerinnen einig. „Was wir hier lernen, ist etwas Neues, etwas Interessantes, das wir in unserer täglichen Arbeit anwenden können“, berichteten die angehenden Musikanimateurinnen dem FDP-Politiker. Musik helfe auch im Umgang mit Demenzkranken. Man müsse nicht unbedingt singen können, aber wissen, wie man mit Klang und Geräuschen umgeht und wie man alte, auch pflegebedürftige Menschen einbindet, sie zum Mitmachen animiert. Genau das lernen sie von Evamaria Molz, die eigene Erfahrungen aus dem Umgang mit ihrer demenzkranken Mutter mitbringt. Vorher hat sie in Deggendorf Generationen von Erzieherinnen ausgebildet. „Jeder Mensch ist für Musik empfänglich“, lautet die Überzeugung von Evamaria Molz.

Die Teilnehmerinnen an diesem zweiten Ausbildungskurs sind zu 80 Prozent Pflege- oder Betreuungskräfte. Barbara Muhr zum Beispiel arbeitet in der Seniorenstube der Caritas in Teisnach. Dort werden Senioren, die zu Hause leben, dreimal in der Woche zu Gemeinschaftsaktionen abgeholt. Musizieren und Singen gehören dazu. „Gerade bei Demenzkranken ist Musik der Königsweg“, beschrieb Barbara Muhr ihre Erfahrungen. Claudia Wildfeuer vom Betreuungsdienst „Nonna Anna“ in Rinchnach profitiert in ihrem Berufsalltag ebenfalls von dieser Ausbildung, die mit einem Zertifikat abschließt. „Der Kurs zählt auch für den Betreuungsschein“, berichtete Roland Pongratz, der „Frau Musica kennt kein Alter“ initiiert hat. Regen sei das Pilotprojekt für Niederbayern, solle aber auch auf andere Landkreise ausgedehnt werden. „Wir stellen unser Knowhow zur Verfügung, wenn Interesse besteht“, kündigte Pongratz an. Er appellierte an die Heimleiter, Geld für Musikinstrumente zur Verfügung zu stellen, damit die Pflegekräfte damit arbeiten können. Es sei umständlich, wenn diese die Instrumente jedes Mal bei der KEB in Regen abholen müssten: „Mit 300 Euro für eine Grundausstattung ist schon viel erreicht!“