„Digitalbonus ist eine gute Sache“- MdL Muthmann macht den Praxistest


Tobias Bals berichtet MdL Muthmann, wie der Digitalbonus bei Unternehmern wie ihm ankommt.

Viechtach. Es sind keine Riesensummen, aber gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist eine Förderung durch den Digitalbonus „eine gute Sache“, meint Tobias Bals, Eigentümer der Werbeagentur Pixeltypen in Viechtach. Der Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann (FDP) hatte ihn aufgesucht, um sich nach den Erfahrungen des jungen Unternehmers mit dem Förderprogramm zu erkundigen. Der Freistaat Bayern will damit kleinen und mittleren Betrieben helfen, ihre Produkte und Dienstleistungen zu digitalisieren und gleichzeitig ihre IT-Sicherheit zu verbessern. Tobias Bals hat die Unterstützung bereits zwei Mal beantragt: für die Anschaffung einer Software und eines Servers, zusammen rund 12 000 Euro. „Ich bin allerdings nur durch Zufall darauf gestoßen, eine Kundin hatte mir davon erzählt. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass das keiner kennt“, erklärte Bals, der hier eine Informationslücke vermutete.

Diese habe in den ersten Monaten bestanden, nachdem der Digitalbonus eingeführt wurde, sagte Muthmann. Inzwischen aber gingen so viele Anträge ein, dass die Genehmigungen gedeckelt werden müssten. „Werden mehr als 500 Anträge pro Monat gestellt, gibt es einen Schnitt und der Digitalbonus kann erst im Folgemonat wieder beantragt werden“, führte Muthmann aus. Dies erklärte dann auch dem Viechtacher Unternehmer, warum er auf die Bearbeitung seines zweiten Antrags schon monatelang warten muss, während der erste Antrag recht zügig durchging. „Aber ich fände es sinnvoll, wenn zumindest die Zusage zeitnah erfolgt. Schließlich wollen die Firmen ja wissen, ob sie sich beispielsweise die gewünschte Software kaufen können“, regte Bals an. Auch schlug er vor, lieber die Förderquote von bisher 50 Prozent zu reduzieren anstatt die Unternehmen warten zu lassen. Muthmann betonte, ihm sei dran gelegen, dass der Freistaat in diesem Bereich weiter viel investiere. „Man sieht deutlich an der Nachfrage, dass dies sinnvoll ist. Und gerade bei der Digitalisierung müssen wir darauf achten, dass uns die Entwicklung nicht davonläuft und wir zurückbleiben. Vor allem für kleine Betriebe ist das sehr wichtig.“

Neben dem Digitalen ging es in dem Gespräch aber auch um das klassisch Analoge – die Innenstadtentwicklung in Viechtach. Da Muthmann auch zweiter Bürgermeister der Stadt Freyung ist, kennt er die Sorgen der Geschäftsleute in einer Kleinstadt gut. „Freyung ist für uns ein Vorbild, denn dort ist viel gelungen, was zur Belebung der Stadt beiträgt“, hob Bals hervor. Dies verdanke man vor allem einem parteiübergreifenden Miteinander im Stadtrat, berichtete Muthmann: „In der Kommunalpolitik muss man einheitlich, geschlossen und zielorientiert handeln, damit die ganze Stadt profitiert.“ Dass sich der junge Viechtacher Unternehmer als Vorsitzender der Werbegemeinschaft selbst aktiv mit einbringt, lobte der FDP-Abgeordnete und erfuhr: „Wir sind gerade dabei, gemeinsam mit der Stadt Ziele zu formulieren, wo wir hin wollen.“ Bals sieht genauso wie Muthmann die Notwendigkeit, die Kunden und Bürger immer wieder für den Einkauf in der Region zu sensibilisieren und ihnen die eigene Mitverantwortung an der Entwicklung ihrer Stadt vor Augen zu führen.