Nach Kolle: Aufforstungen fordern die Waldbesitzer


Welches Fazit ziehen die privaten Waldbesitzer nach dem Sturm Kolle im vergangenen Jahr? Dies wollte MdL Alexander Muthmann wissen und hat daher die Waldbesitzervereinigung Freyung-Grafenau besucht. Der 1. Vorsitzende Josef Höppler und die Geschäftsführer Xaver Hartinger und Michael Grapentin gaben dem Abgeordneten einen Überblick über die Aufarbeitung der Sturmschäden. 2100 Waldbesitzer seien Mitglied bei der Waldbesitzervereinigung in FRG, 400 davon waren vom Sturm Kolle betroffen. „Die Schäden liegen in unserem Vereinsgebiet bei zirka 200 000 Festmetern“, erklärte Xaver Hartinger. „Nachdem nun zirka 80 Prozent davon aufgearbeitet sind stellen wir fest, dass die ersten Einschätzungen zu den Schäden, die bei 800 000 Festmetern lagen, viel zu hoch angesetzt waren.“ Positiv daran war, dass die von der Staatsregierung zur Verfügung gestellten Hilfsgelder ausreichend waren. Problematisch war, dass durch die hohen Schadensschätzungen der Druck auf den Holzpreis unnötig und zu Lasten der geschädigten Waldbesitzer zunahm und der Holzpreis sank. In diesem Zusammenhang wollte Muthmann wissen, ob die Entschädigung der betroffenen Waldeigentümer reibungslos funktioniert habe. „Die Abwicklung der Fördergelder sei problemlos und vor allem großzügig verlaufen“, erklärte Höppler. Die nächste Aufgabe, die die geschädigten Waldbesitzer nun vor sich haben, sei die Aufforstung. Auch hier stünde das Team der WBV beratend und unterstützend zur Seite. Laut Hartinger sei dies für die geschädigten Waldbesitzer eine Herausforderung, gerade auch im Hinblick auf Fördermöglichkeiten. „Wer bei der Wiederaufforstung eine Förderung erhält, muss dafür sorgen, dass die jungen Bäume vor Wildverbiss geschützt sind“ – entweder durch die Einzäunung des gesamten Waldstückes oder durch Einzelschutz. Für den allergrößten Teil der Aufforstungen sei der Erhalt einer Förderung mit solchen Auflagen verbunden. Die nun betroffenen Flächen seien laut Hartinger allerdings zu groß für eine komplette Einzäunung. Hier müsse individuell nach Lösungen gesucht werden, je nach der Lage der Fläche und den Baumarten, die angepflanzt werden. Laut Muthmann seien bei dem Thema „Wald vor Wild“ auch die Jäger wichtige Partner. Wie Höppler erklärte, müsse man die aktuelle Situation im Jagdbeirat besprechen. „Aber ich erwarte schon, dass sie uns hier unterstützend begleiten, zum Beispiel durch die Anpassung des Abschusses.“ Eine Bitte gab Höppler Muthmann noch mit auf den Weg nach München, und zwar diese, dass nicht an den Förderungen für die Waldbesitzer gerüttelt werden solle.