Die Wende beim Riedberger Horn - Wer zahlt die 20 Millionen?


München/Freyung. Wer zahlt die 20 Millionen Euro, die Ministerpräsident Markus Söder nach seiner Wende beim Riedberger Horn für den Ausbau des naturnahen Tourismus im Oberallgäu angekündigt hat? Das will der Freyunger Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann von der Bayerischen Staatsregierung wissen. Er hat deshalb gestern für die Plenarsitzung des Bayerischen Landtags am heutigen Dienstag eine entsprechende Anfrage gestellt. Muthmann verlangt Auskunft darüber, aus welchen Förderprogrammen diese 20 Millionen Euro stammen, in welchen Zeitabschnitten und für welche Maßnahmen sie konkret ausgegeben werden sollen. Der Abgeordnete will auch erfahren, ob andere Regionen in Bayern – zum Beispiel der Bayerische Wald – ebenfalls mit verstärkter Förderung rechnen können, um den naturnahen Tourismus auszubauen. „Das Verhalten Söders erinnert mich sehr an einen Bazar. Wer am lautesten schreit, bekommt das meiste Geld“, kommentiert Muthmann das überraschende Aus für die Skischaukel. Es könne nicht sein, dass am Ende die Regionen eine Förderung erhalten, die vorher mit aller Macht naturschädliche Projekte durchsetzen wollten. Muthmann will auch wissen, wie viel Geld der Freistaat Bayern insgesamt für den naturnahen Tourismus in anderen Landesteilen ausgibt. Hinter der Anfrage steckt auch die Befürchtung, die 20 Millionen Euro für das Oberallgäu könnten zu Lasten anderer Regionen gehen. Das Gegenteil müsse der Fall sein: Wenn die Regierung unter Ministerpräsident Söder ihr Herz für den naturnahen Tourismus entdeckt habe, müsse sie zum Beispiel auch den Bayerischen Wald verstärkt fördern. Auch hier seien viele Menschen auf diesen Wirtschaftszweig angewiesen.

MdL Alexander Muthmann begrüßt grundsätzlich die Entscheidung Söders gegen eine Skischaukel am Riedberger Horn im Oberallgäu, kritisiert aber die Art, wie diese Wende erfolgt ist: „Erst mit voller Wucht etwas durchsetzen wollen, was rechtlich gar nicht möglich ist und die Abkehr von dem umstrittenen Projekt mit 20 Millionen Euro erkaufen, ist keine seriöse Art des Vorgehens“, erklärt der Freyunger Abgeordnete. Ihn macht auch die Aussage Söders stutzig, der Verzicht sei „auf mindestens zehn Jahre“ angelegt. Man könne es so interpretieren, dass nach der Regierungszeit Söders das Projekt Skischaukel wieder neu aufgelegt werde.

Muthmann ist jedenfalls gespannt auf die Antwort der Bayerischen Staatsregierung. Diese soll am Donnerstag vorliegen.