In Bayern steckt die digitale Bildung in den Kinderschuhen


Der Bildungsausschuss des Landtages befasst sich heute mit einem Antrag von CSU-Abgeordneten zur digitalen Bildung an bayerischen Schulen. Die Vorschläge zeigen, dass es mit Blick auf die Landtagswahl offenbar die Vorgabe der CSU-Führung gibt, möglichst viele Programme in Bereichen aufzulegen, in denen man jahrelangen Stillstand zu verantworten hat. Sie zeigen jedoch auch, wie fremd das Thema digitale Bildung für die CSU ist.
Dazu der FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann: „Das eigentlich Schlimme an der Wahlpanik der CSU ist, dass nun Programme aufgelegt werden, ohne dass dahinter tragfähige Konzepte und konkrete Maßnahmen stehen. Offen ist beim Thema digitale Bildung beispielsweise, was genau gefördert wird oder aber was Mindeststandards in jedem Klassenzimmer sein sollen. Auch die Frage, wie eine digitale Bildungsschere zwischen reichen und armen Kommunen verhindert werden kann, bleibt unbeantwortet. Fragt man vor Ort bei den Gemeinden und Lehrern nach, sieht man ohnehin nur Fragezeichen in deren Gesichtern. Zudem heißt es in den Anträgen der CSU regelmäßig, dass alles nur im Rahmen ,der vorhandenen Stellen und Mittel` erfolgen kann. Anders gesagt - die CSU möchte kein Geld ausgeben, sich aber beim Wähler gerne den Stempel der digitalen Bildung aufdrücken.“
"Das Antragspaket der CSU liest sich wie eine Liste nicht gemachter Hausaufgaben. Der Bedarf für ein digitales Bildungskonzept ist schon lange bekannt. Jetzt wird wieder nicht geliefert. Auch beim Schlüsselthema der Lehrerfortbildung fährt man weiter mit angezogener Handbremse. Anerkannte Fortbildungen, auch auf dem freien Markt, müssen zu einer Selbstverständlichkeit werden. Eine ernsthafte Neuausrichtung der Bildung unserer Kinder Richtung Zukunft sieht anders aus“, ergänzt Matthias Fischbach, Präsidiumsmitglied der FDP Bayern.